Aepfel im Korb und in der Wiese

Von den goldenen Äpfeln der Frau Glück

Ein Zaubermärchen von einem Bissen ewiger Jugend

Radio Oberösterreich, Donnerstag, 4. September, 20 bis 21 Uhr.
Radio Salzburg, Donnerstag, 11. September, 20 bis 21 Uhr.


Eigentlich wäre die Frau Glück in ihrem Garten wirklich glücklich – würden da nicht die Leute aus dem Dorf die Äpfel vom Apfelbaum mitten in ihrem Garten stehlen. Aber dann taucht da dieser Hausierer auf – und plötzlich nimmt das Ganze eine Wendung, die selbst dem Tod ganz schön zusetzt.
Dieses Zaubermärchen ist – nicht nur im Herbst – wohl eines der schönsten Märchen überhaupt.

Im Anschluss an die Geschichte gibt es ein Gespräch mit Sandra Panhuber. Sie ist Apfelbäuerin in Zell an der Pram und betreibt dort mit ihrer Familie die www.apfelwerkstatt.at.

Die sagenhafte Stunde zum Nachhören:

Nach dem Sendetermin »die sagenhafte Stunde« einfach anklicken.

Das ausführliche Gespräch mit Sandra Panhuber, sowie das Märchen »Von der kostbarsten Gabe«, zweisprachig erzählt von Jasmina Maksimovic und Helmut Wittmann gibt’s hier im Podcast »Geschichten~weise«:

Die Rätselfrage

Ist diesmal Teil der Geschichte »Von der jungen Frau und den drei Liebhabern« – und die geht so:

Vor langer, langer Zeit, war‘s gestern, oder war‘s heut‘, da ist einmal eine wunderschöne Jungfrau gewesen. Und weil sie gar so schön gewesen ist, darum hat sie gleich drei Liebhaber gehabt. Keiner von den Dreien hat aber von den Anderen gewusst. Jeder hat geglaubt, dass er der einzige Geliebte von der Jungfrau ist, und jeder wollte sie gerne heiraten. Zusammen getroffen sind die drei Liebhaber nie, denn jeder ist zu einer anderen Zeit bei ihr gewesen. So sind sie sich nie begegnet.

Einmal, zu ihrem Geburtstag, hat sich jeder von den Dreien gesagt: »Heut geh ich zu meiner Liebsten und werde ihr noch vor Mittag viel Glück wünschen.« So sind sie denn hingegangen, und justament sind sie alle zur gleichen Zeit gekommen. Jetzt haben sie sich getroffen. Mit großen Augen hat Einer den anderen angeschaut. »Was willst du denn da,« hat Einer den anderen gefragt. »Ich,« hat er gesagt, »was soll ich schon wollen? Ich gehe zu meiner Liebsten!« »Das kann wohl nicht sein,« hat wieder der Dritte gesagt, »denn hier wohnt meine Liebste.« Bald haben sie fürchterlich zu Streiten angefangen. Der Eine hat dem Anderen schon ein paar Watschen angetragen. Es hätte nicht viel gefehlt, und sie wären aufeinander losgegangen. Da ist aber die Jungfrau gekommen. Sie hat die Drei auseinander gedrängt, hat sich in die Mitte gestellt und gesagt: »Hört auf mit der Streiterei! Geht lieber fort und schaut euch um ein schönes Geschenk für mich um. Der von euch Dreien, der mir in einem Jahr das Geschenk bringt, dass mir am besten gefällt, der soll mein Bräutigam sein.«

So haben sich die drei Liebhaber auf den Weg gemacht. Lang sind sie gegangen miteinander. Bei einer Wegkreuzung haben sie sich schließlich getrennt. Dort haben sie aber auch vereinbart: In einem Jahr wollen sie sich da an der Wegkreuzung wieder treffen – und miteinander zu der Liebsten gehen. Dann hat jeder seinen Weg eingeschlagen..

Der ersten von den Dreien ist lange kreuz und quer herumgezogen. Überall hat er geschaut und gesucht, ob er denn nicht ein schönes Geschenk für seine Liebste finden könnte. So ist er in einen schönen Laden gekommen. Dort sind große und kleine Spiegel ausgestellt gewesen. Er hat sie sich Einem nach dem Anderen angeschaut und immer wieder um den Preis gefragt. Da ist ihm auch ein kleiner recht unscheinbarer Spiegel aufgefallen. »Was kostet denn der,« hat er den Inhaber vom Laden gefragt. »Der Spiegel,« hat der Inhaber gesagt, »ist der Teuerste im ganzen Laden!« Und er hat ihm einen enormen Preis gesagt. »Wollt ihr mich denn zum Narren halten?« Hat da der Bursch gefragt. »Wer wird denn für einen kleinen, unscheinbaren Spiegel derart viel Geld ausgeben!?« »Klein und unscheinbar ist der Spiegel wohl,« hat der Inhaber gesagt, »aber er kann doch mehr als jeder andere Spiegel. Wenn man in diesen Spiegel hineinschaut, dann kann man darin alles sehen, dass man sehen will.« Da hat der Bursch nicht lange überlegt. Mehr denn je hat er sich gewunschen, seine Geliebte wieder einmal zu sehen. Er hat in den Spiegel hineingeschaut – und wirklich hat er sie da bei ihr zu Hause in der Kammer gesehen. Sie hat sich gerade gekämmt und hat ihre lange, üppige Haarpracht in Zöpfe geflochten. So hat der Bursch sein ganzes Geld zusammengerafft und hat dafür den Spiegel gekauft. »Welche Frau möchte nicht einen Zauberspiegel!?« Hat er zu sich selber gesagt, »bestimmt ist mein Geschenk dass, was meiner Liebsten am besten gefällt.«
Der zweite Bursch ist in einer Stadt zu einer Tischlerwerkstatt gekommen. Dort sind alle möglichen Tische und Sesseln heraußen gestanden. Weil der Bursch gerade recht müde gewesen ist, da hat er sich auf einen von den Sesseln gesetzt. Bald darauf ist der Tischler herausgekommen. Da hat ihn der Bursch gefragt: »Jetzt sagt einmal Herr unter all euren wunderschönen neuen Sesseln, fällt mir dort im Winkel der Alte auf. Wollt ihr den wirklich noch verkaufen?« »Ja ja,« hat der Tischler gesagt, »freilich will ich den verkaufen.« »Und was kostet der Plunder?« »Gut und gern an die tausend Golddukaten,« hat der Tischler gesagt. »Aber Herr,« hat da der Bursch gesagt, »ihr wollt mich wohl zum Narren halten? Tausend Golddukaten für den alten Krempel, daß zahlt euch doch kein Mensch!« »Ei wohl,« hat der Tischler gesagt, »daß ist ja auch ein besonderer Sessel. Wenn man sich auf diesen Sessel setzt und an einen bestimmten Ort wünscht, dann ist man auf der Stelle dort.« Da hat der Bursch nicht lange überlegt und hat den Sessel auf der Stelle gekauft. Sein ganzes Geld hat er dafür zusammenkratzten müssen. Da? hat ihm alles nichts gemacht. Voller Freude hat er sich die Hände gerieben und er hat gesagt: »Wer könnte wohl ein schöneres Geschenk für seine Liebste finden!? Bestimmt wird sie mich heiraten.«

Der dritte Bursch ist von einer Stadt zu der Anderen gekommen. Aber er hat nichts gefunden, was wirklich ein besonderes Geschenk gewesen wäre. Tage und Wochen sind vergangen. Einmal hat er ein altes Weiblein am Wegrand sitzen gesehen. Die hat dort Äpfel angeboten. Ein heißer Tag ist gewesen, und er hat einen großen Durst gehabt. So hat er zu dem Weiberl gesagt, »was willst du denn für ein Pfund Äpfel?« »Ei,« hat das Weiberl gelacht, »der junge Herr will gar ein Pfund!? Hast du denn überhaupt genug Geld, dass du dir nur Einen von den Äpfeln kaufen kannst?« »Warum denn nicht !?« Hat der Bursch gesagt, »was wird denn so ein Apfel schon kosten?« »Mein lieber Bursch,« hat da die Alte gesagt, »das sind keine gewöhnlichen Äpfel. Wenn jemand todkrank ist, und wenn ihn die Ärzte auch schon aufgegeben haben, so muss er nur einmal von einem solchen Apfel abbeißen. Im selben Augenblick kann er wieder gesund aufstehen.« »Dass ist das richtige Geschenk,« hat sich der Bursch gesagt, »einen solchen Apfel will ich kaufen.« Er hat einen Haufen Geld dafür zahlen müssen. Aber der Apfel ist er ihm wert gewesen. »Welches Geschenk könnte denn wertvoller und schöner sein für meine Liebste,« hat er zu sich selber gesagt und ist wieder vergnügt heimwärts gegangen.

Wie das Jahr um gewesen ist, da haben sich alle drei Burschen wieder beim Wegkreuz getroffen. Gegenseitig haben sie sich die Geschenke für ihre Liebste gezeigt.
Alle Drei haben sie ihre Liebste recht gerne gehabt, und so wollten sie natürlich auch sehen wie es ihr denn geht. Miteinander haben sie in den Spiegel geschaut – aber oh weh! Im Spiegel haben sie gesehen, daß ihre Liebste sterbenskrank im Bett liegt. Rundherum sind Leute gestanden. Die Eltern haben geweint und sind ganz und gar verzweifelt gewesen. Die Ärzte sind rat los dagestanden. Keiner hatte mehr helfen können. »Oh weh,« hat da der Erste von den Burschen ausgerufen, » ist das nicht schlimm, dass wir mit ansehen müssen, wie unsere Liebste stirbt!? Wenn ich ihr jetzt doch nur den Apfel geben könnte. Sie müsste nur einmal abbeißen, und auf der Stelle wäre sie wieder gesund. Aber bis wir zu ihr hinkommen ist es bestimmt zu spät.« »Nein nein,« hat da der zweite gesagt, » wir kommen schon noch zurecht. Kommt setzen wir uns alle miteinander auf meinen Sessel!« Gesagt, getan – die drei haben sich auf den Sessel gesetzt, und im nächsten Moment sind sie auch schon im Zimmer bei ihrer Liebsten gewesen. Der Erste hat ihr seinen Apfel an den Mund gehalten. Vorsichtig und schwach hat sie mit letzter Kraft ein Stückchen vom Apfel abgebissen. Und kaum, daß sie das Apfelstück geschluckt gehabt hat, hat sie schon wieder eine gesunde Farbe im Gesicht bekommen und ist bald darauf gesund und munter wieder aufgestanden.

Die Geschenke von ihren drei Liebhabern haben ihr so das Leben gerettet.

Aber welchen von den Dreien hat sie wohl geheiratet?

Mögliche Lösungen, Vorschläge, Anregungen, Gedanken – oder auch neue Rätselfragen, bitte mailen an: sagenhaftestunde@orf.at.
Wer Lust hat uns ein, zwei oder auch drei Sätze als mp3 zu mailen, ist herzlich eingeladen das zu tun. Wir freuen uns über jeden »Originalton«. ;-{)

Zu gewinnen gibt es:

1. die Sammlung »Apfelmärchen« von Sabine Lutkat und Wolfgang Schultze, erschienen im Verlag Königsfurt-Urania,

2. des Handbuch »Blätter, Knospen, Rinde & Co« Heimische Speiselaubbäume für Küche und Gesundheit, von Ursula Asamer, aus dem Leopold Stocker Verlag, und

3. das Hörbuch »Von Einem, der träumte ein Schmetterling zu sein. Oder umgekehrt!?« mit Märchen von Träumen, musikalisch begleitet von Genoveva Kirchweger auf der Harfe und Raphael Trautwein auf Gitarre und Posaune.

Das Märchenrätsel findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt. Die Gewinne können nicht in bar abgelöst werden

Links zur sagen~haften Stunde:

Die Musik der September-Sendung:

Maxi Pongratz, Landlerrunde ~ Mollner Maultrommler, Den nema ma Walzer ~ Härtel Quintett, Apfelkernwalzer ~ Sophie Abraham, Identities ~ Spåfudla, Chassaposervico ~ Alma, Apfelmusette ~ Quetschklampfa, Sabrimon ~ W. Janscha, Kerstin Neubauer, Tanzl in D ~ Jodelirium, Hä i ti ~ Familie Josef Pesendorfer, Lichtwies Buam ~ Max Geller, Alpbach Jodler

»Musik für Menschen mit Ohren« gibt‘s bei Lotus Records

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Märchen und Rituale rund ums Jahr

das Buch von Wolf-Dieter Storl, Die alte Göttin und ihre Pflanzen,
mit Beiträgen zum Brauchtum und und Kult. Untertitel: Wie wir durch Märchen zu unserer Urspiritualität finden, erschienen bei Kailash.

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Die Zeitschrift Märchenforum

»Zeitschrift für Märchen und Erzählkultur« nennt sich dieses reich illustrierte Magazin aus dem Mutabor-Verlag. Damit ist nicht zu viel versprochen. Sie erscheint 4x jährlich. In jeder Ausgabe wird mit Märchen und inhaltlichen Beiträgen ausführlich auf ein Thema eingegangen. In der aktuellen Ausgabe z. B. »Märchenland Österreich«.
Hier geht’s zum Märchenforum

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Das Rezept für die Apfelbeukel:

Apfelbeukel30 dag Mehl werden mit 30 dag Butter, einem 1/4 kg Topfen, einem Ei und einer Prise Salz zu einem Teig verknetet. Eine Variante ist 50 dag Mehl mit 25 dag Butter, 2 EL Sauerrahm, 2 EL Wasser und 2 Eier zu verkneten.
Ist der Teig zu klebrig, gibt man etwas Mehl dazu. Dann lässt man den Teig rund 1/2 Stunde rasten.
Inzwischen werden Äpfel geblättert, also in 1/8el-Stücke zerteilt und in feine Scheiben geschnitten oder gerieben.
Danach wird der Teig ausgerollt und Rechtecke herausgeschnitten. Auf den Rechtecken werden längliche Häufchen der geblätterten Apfel gerichtet. Die werden mit Zimt und Zucker gewürzt.
Danach werden die Seiten der Teig-Rechtecke übereinander geschlagen, auf ein Backblech gegeben und bei 180 Grad goldbraun gebacken.
Die frisch gebackenen Apfelbeukel können mit verquirlten Eidottern bepinselt werden. So wird ihre Farbe umso schöner.

Vorschau

Radio Oberösterreich, Donnerstag, 2. Oktober,
Radio Salzburg, Donnerstag, 9. Oktober, jeweils 20 bis 21 Uhr,

Vom Zwergenstein

Überlieferungen von der Anderswelt im Berg
Zu Gast: Dr. Thomas Höffgen, Germanist und Philosoph mit seinem Buch »Nordische Naturgeister«.