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»Denk an mich«, lachte der Löwe, »und wenn du sprichst Hans, der Löwe, dann wirst du siebenmal stärker sein als der stärkste Löwe!«
aus dem Tiroler Volksmärchen
»Löwe, Storch und Ameise«
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»Lass das! - Oder ich werde zum Tier!« - Wenn Eine/r diese Warnung ausstößt, ist das schon eher eine Drohung. Denn, wenn das Tier erwacht, werden in uns gewaltige Kräfte frei. Unkontrolliert und wild können sie verheerenden Schaden anrichten. Wer es aber versteht mit ihnen umzugehen, findet darin mächtige Helfer fürs Leben.
Märchen zeigen auf spielerische Weise Zugänge zu diesen Kräften. Im Grimmschen Märchen »Vom Waldhaus« sorgen die älteren Schwestern nur für sich und den Hausherrn. Huhn, Hahn und Kuh bekommen nichts. Worauf die Tiere feststellen: »Du hast mit ihm gegessen, du hast mit ihm getrunken, du hast an uns gar nicht gedacht, nun sieh auch, wo du bleibst die Nacht.« Die Schwestern landen im Keller. Ein markantes Bild für Menschen, bei denen die natürlichen »tierischen« Kräfte zu kurz kommen. Ganz anders die jüngste der drei Schwestern. Sie streut Henne und Hahn frische Körner vor, versorgt die Kuh mit Heu und stellt den Dreien frisches Wasser hin. Diesmal sind die Tiere zufrieden: »Du hast mit uns gegessen, du hast mit uns getrunken, du hast uns alle wohlbedacht, wir wünschen dir eine gute Nacht.«
Mehr noch: Auf diese ihre Weise erlöst die Jüngste den Alten. Er verwandelt sich wieder in den jungen Mann, der er einmal war. Aus den Tieren werden seine - menschlichen - Diener. Frisch verjüngt können sich alle an einen Neuanfang machen.
Nicht immer aber ist die Erlösung so einfach. Was, wenn in der Tiefe der eigenen Abgründe ein grausiges Ungeheuer wartet?
Oder ein stacheliger Saunigel wie im gleichnamigen altösterreichischen Volksmärchen? Seine Eltern sehen in ihm nur das hässliche Vieh. Es entspricht ihren Erwartungen in ein Kind so gar nicht. Der Saunigel spürt das und handelt: Frisch entschlossen mästet er draußen im Wald die Schweine. Das bringt seinen Eltern einigen Wohlstand. Dem König zeigt der Saunigel wos langgeht und gewinnt durch sein aufgewecktes Wesen das Herz der Prinzessin. Die sieht wohl die Stacheln, die niemand an ihn heranlassen. Sie spürt aber auch, dass sich hinter diesem Stachelpanzer ein ganz anderes, feinfühliges Wesen verbirgt. Und wirklich: In der Hochzeitsnacht verwandelt sich der Saunigel » ... in den schönsten Burschen, den man sich denken kann.«
Und dann gibt es da noch die herrlichen Fabeln, in denen uns Tiere zeigen wies im Leben geht oder eben nicht geht.
Wer kennt nicht die Geschichte »Vom Wettlauf mit dem Hasen und dem Igel«. Nicht weniger beeindruckend ist das burgenländische Märchen »Vom redendenden Vogel, vom singenden Baum und vom goldenen Wasser.«
Eine chinesische Überlieferung erzählt: Ein Mann träumte, er wäre ein Schmetterling. Entspannt flog er von Blume zu Blume. Sein Mensch-sein hatte er ganz und gar vergessen. Beim Erwachen merkte er verblüfft, dass er ein Mensch war. Verwundert fragte er sich: Bin ich jetzt ein Mensch, der träumte, ein Schmetterling zu sein? Oder gar ein Schmetterling, der träumt, ein Mensch zu sein? - Wer weiß das schon so genau? - HeWi